Was hat ein Plumpsklo mit der Customer Journey zu tun?

Sonntagmorgen, Peter ist extra früh aufgestanden um sein heutiges Ziel am Mittag erreicht zu haben. Zusammen mit seiner Familie will er heute einen wunderbaren Tag in den Bergen verbringen. Dazu haben sie sich am Vortag eine Wanderroute ausgesucht und den Zeitplan besprochen. Los geht's, der Berg ruft. Ab auf die Reise ans Ziel.

Vier Stunden Wanderung liegen vor ihnen. Ausgerüstet mit den richtigen Wanderschuhen, einem gut gefüllten Rucksack und einem Schweizer Offiziersmesser, machen sie sich auf den Weg. Nach kurzer Zeit kommen sie an ein Schild, das an einem dicken Baumstamm befestigt wurde. Darauf entnehmen sie, dass die Bergwirtschaft heute geöffnet ist. Das motiviert sie umsomehr, denn dies war ihnen bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar. Weiter auf ihrer Reise, wandern sie an einem kleinen aber wunderschönen und klaren Bergsee vorbei. Peter beschliesst zusammen mit seiner Familie, hier am Ufer eine Picknick-Pause einzulegen. Schliesslich sind sie ja bereits seit gut zwei Stunden unterwegs und langsam knurrt der Magen.

Zusammen mit seinem Sohn suchen die zwei nach zwei dicken und längeren Holzstämmen, um anschliessend darauf bequem sitzen zu können. Dafür machen sie sich auf, in den gleich an den See anstossenden Wald. Nach kurzer Zeit kommen die zwei aus dem Wald zurück und haben die gesuchten Baumstämme dabei. Dem Picknick steht nun also nichts mehr im Weg.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Wie haben sie es genossen, das Familienpicknick an einem wunderbaren Bergsee. Doch jetzt ist die Zeit reif, wieder aufzubrechen und weiter Richtung Bergrestaurant zu wandern. Es stehen ihnen noch ein paar steile Passagen bevor. Sie packen alles zusammen und werfen den entstandenen Verpackungsmüll in den dafür vorgesehen Abfallbehälter. Dieser wurde extra vom Besitzer des Bergrestaurants hier aufgestellt, um den See und die Umgebung nicht zu verschmutzen. Die beiden Baumstämme aus dem Wald bringen Vater und Sohn wieder zurück und dann gehts wieder los, bergauf.

Dreissig Minuten später verspürt Peter ein leichtes Rumpeln und Drücken in seiner Magengegend. Mit jedem Schritt wird sein Verlangen nach einer Toilette grösser. Ständig stellt er sich die Frage, ob er es ohne Katastrophe bis ins Bergrestaurant schafft. Doch er weiss, das dies allerdings noch über eine Stunde von ihnen entfernt liegt. Das Wandern wird für ihn immer beschwerlicher. Er wird langsamer und fällt immer mehr zurück. Da plötzlich, als wären seine Gebete erhört worden, sieht er vor sich eine grüne, kleine Hütte. Die Farbe ist vom Wetter in Mitleidenschaft gezogen worden. Er kann es kaum glauben. Hier hat tatsächlich jemand ein Plumpsklo in die Natur gebaut. Scheinbar ist Peter nicht der Einzige, der hier in dieser ungemütlichen Situation vorbeiwandert.

Schnell öffnet er die Türe des Plumpsklos, lässt die Wanderhosen runter und ...

Oh, wie fühlt sich Peter nun wieder wohl. Als er sein Geschäft verrichtet hat, bemerkt er an der Innentüre einen Zettel. Darauf steht eine Botschaft des Berghüttenbesitzers. Diese lautet: Bravo, du hast es geschafft! Es sind nur noch ca. 60 Minuten bis zu mir hinauf. Hier wartet auf dich eine traumhafte Aussicht und eine Wurst- und Käsepause, die du so schnell nicht mehr vergessen wirst.

Von dieser Botschaft völlig angetan, springt Peter aus seinem rettenden Freund, dem Plumpsklo und macht sich in grossen Schritten auf, seine Familie einzuholen. Diese ist weitergewandert.

Die Customer Journey bzw. die Kundenreise auf den Berg ins Bergrestaurant

Endlich beim Bergrestaurant angekommen, sucht sich die Familie einen Platz auf der grossen Terrasse. Überwältigt von der wunderbaren Aussicht und erschöpft von der Wanderung, bestellen sie bei der Kellnerin die im Plumpsklo vermerkte Wurst- und Käseplatte. Kurz darauf wird diese vom Besitzer des Bergrestaurants persönlich gebracht. Er freut sich über den Besuch der Familie. Peter und er kommen ins Gespräch, worauf Peter ihn fragt, weshalb er ein Plumpsklo in die Natur gebaut habe. Da erklärt ihm der Besitzer, dass dies aus den Bedüfnissen der Wanderer entstanden sei. Durch die Woche hindurch, wie auch am Wochenende, wandern viele Menschen aus Nah und Fern zu ihm ins Bergrestaurant. Viele von ihnen wandern den selben Weg hinauf, wie Peter mit seiner Familie auch gewandert ist. Da sei ihm aufgefallen, dass mehr oder weniger am selben Ort immer Fäkalien von diesen Wanderern sich angesammelt hätten. Selbstredend hat es dort entsprechend auch immer entsprechend gerochen.

Das selbe Problem bestand auch am schönen Bergsee. Der Abfall lag einfach so am Ufer oder schwamm im Wasser. Er musste auch dort etwas dagegen unternehmen, um das Bedürfnis der Wanderer, nach einer schönen, sauberen Natur befriedigen zu können. Peter merkte plötzlich, dass er auf dem ganzen Weg, bis hier hinauf in die Berge, eine Kundenreise, im Fachjargon Customer Journey, abgelaufen ist. Der Bergwirt hat überall, wo es nötig war, Berührungspunkte mit den Wanderen eingebaut, um erstens die Natur zu schützen und zweitens die Wanderer auf dem Weg in sein Bergrestaurant zu führen.

Im privaten wie im geschäftlichen Alltag, laufen Sie täglich mehrere Customer Journeys ab

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Ihr Autor

Thomas Schüpfer, Unternehmer

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