Herausforderung Nr. 1: Eurokrise oder digitale Transformation?

Seit dem Fall der Euromindestgrenze ist nichts mehr so, wie es einmal war und sehr wahrscheinlich wird es auch nie mehr so sein. Die aktuelle Situation zeigt uns allen auf, wie schnell man von einer sehr hohen Wolke tief herunterfallen kann. Auch wird uns aufgezeigt, welchen unberechenbaren externen Einflüssen Unternehmen ausgesetzt sind.

So hart wie die Eurokrise die meisten Unternehmen getroffen hat, so ähnlich verhält es sich mit der digitalen Transformation. Sowohl die Eurokrise als auch die digitale Transformation sind beides Ereignisse, die schon seit einiger Zeit darauf gewartet haben, auszubrechen. Beide sind somit nicht wirklich neu. Doch beide verhalten sich ähnlich. Denn beide treffen mit voller Wucht auf viele Unternehmen und rütteln diese ziemlich durch.

Die Eurokrise zwingt viele Unternehmen dazu, Stellen abzubauen, Preise zu senken, Prozesse zu optimieren und Produktionen ins Ausland zu verlagern. Einige schlaue Unternehmer starten mit neuen Marketingideen und Kampagnen, um der Eurokrise zu trotzen. Markenprodukte kosten plötzlich nur noch einen Bruchteil ihres vorherigen Preises und der Autoverkauf boomt wieder wie nie zuvor – alles zu Lasten der Marge und des Markenimages versteht sich. Hauruckübungen, oder wie wir so schön sagen „Feuerwehrübungen“, sind an der Tagesordnung. Möglichst viel Eurorabatt geben um möglichst viel verkaufen, lautet vielerorts die Devise.

Rabatte schaden der Marke und dem Unternehmensimage

Aber meine Damen und Herren, denken Sie doch an die Zeit nach der Krise. Soll sich dann Ihr lange aufgebautes Unternehmens- und Markenimage von Qualität und Seriosität in einen Rabattanbieter gewandelt haben? Diese paar Zeilen zeigen auf, welchen Herausforderungen die Unternehmen heute in Bezug auf die Eurokrise gestellt sind.

Mit der digitalen Transformation verhält es sich sehr ähnlich. Der Wandel in das digitale Zeitalter bringt sehr viele Veränderungen mit sich, die sich auf das gesamte Unternehmen und die Marke auswirken. Auch im Bereich der digitalen Transformation geht es darum, Prozesse zu optimieren, Kosten einzusparen, neue Potenziale zu erschliessen und eine neue Unternehmenskultur aufzubauen. Wie die Eurokrise stellt auch die digitale Transformation die Unternehmen vor viele Herausforderungen.

Fehlendes Knowhow, um die digitale Transformation erfolgreich zu meistern

Die grösste Herausforderung und auch der grösste Unterschied zur Eurokrise liegt darin, dass bei den meisten Unternehmen das Knowhow fehlt, um den digitalen Wandel durchzuführen. Im Gegensatz zur Eurokrise reicht hier alleine Marketingwissen und strategisches Führungswissen nicht aus, um das Unternehmen erfolgreich zu digitalisieren.

Digitale Transformation bietet Chancen, um Eurokrise zu meistern

Wer in diesen Zeiten denkt und handelt wie zu alten Zeiten, wird als grosser Verlierer vom Markt verschwinden. Neue Denk- und Verhaltensmuster, neue Geschäftsmodelle, neue Prozesse und neue Arbeitsmodelle müssen in jedem Unternehmen heranwachsen. Die digitale Transformation bietet in diesen Bereichen viel ungeantes Potenzial. Unternehmen, die sich jetzt erfolgreich digital transformieren bzw. die den langen Weg dieser digitalen Transformation auf sich nehmen, können die Schmerzen der Eurokrise mindern oder gar komplett verschwinden lassen. Dazu bedarf es jedoch einem kompletten Umdenken im Unternehmen.

Wie so immer im Leben kommt alles auf einmal und trifft daher mit ungebremster Wucht zu und richtet grossen Schaden an. Ein Vorteil hat dies jedoch: Es geht auch wieder vorbei. So, wie alles im Leben seine Zeit braucht, um wieder neu zu erblühen, wird es sich auch bei der Eurokrise und der digitalen Transformation nicht anders verhalten.

Ihr Autor

Thomas Schüpfer, Unternehmer

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