Was hat eine Goldmine mit dem Fachkräftemangel in der Industrie zu tun?

Der Fachkräftemangel in industriellen Unternehmen wird sich auch durch Corona nicht abschwächen. Was Personalverantwortliche und Unternehmer aktiv dagegen tun können, zeigt die heutige Geschichte. Viel Spass in der Goldmine.

Verena und Anna treffen sich, wie jeden Dienstagabend, im Fitnessstudio in ihrem Wohnort. Zuerst laufen die beiden zwei Kilometer auf dem Laufband und anschliessend stemmen sie noch ein paar Kilo Gewichte in die Luft. Zwischendurch gönnen sie sich eine kleine Pause an der Bar. Verena und Anna sind in ihrem Beruf beides Personalverantwortliche in industriellen Unternehmen. Beide kämpfen mit den selben Herausforderungen und finden schon längere Zeit keine passenden Mitarbeitenden mehr, oder wenn, dann nur mit sehr grossem Aufwand. Nachdem sie sich jetzt gerade einen Proteinshake bestellt haben, beginnen sie, sich gegenseitig zu bejammern. Nicht weit weg von ihnen, sitzt Arnold, ein pensioniertes Kraftpaket. Er hört den beiden aufmerksam zu und beschliesst, sich in die Diskussion einzumischen. Schliesslich hört er die beiden heute nicht zum ersten Mal über den Fachkräftemangel jammern. Er nimmt seinen Drink in die Hand und schiebt seinen Stuhl etwas näher an die beiden Damen.

"Meine Damen, darf ich mich in Ihre Diskussion einklinken?" Verena und Anna bejahen und sind gespannt darauf, was ihnen Arnold berichten kann. "Schauen Sie, der Fachkräftemangel in Unternehmen ist nicht erst seit heute und er wird es garantiert auch noch einige Zeit sein. Aber oftmals ist der Fachkräftemangel auch etwas selbstgestrickt." "Wie meinen Sie dies?", fragt ihn Verena. "Sind wir selber schuld, dass wir keine guten Mitarbeitenden finden?" "Ich denke schon," erwidert Arnold. "Sagen Sie mir doch kurz, was Sie alles unternehmen, um neue Mitarbeitende für Ihr Unternehmen zu begeistern."

Verena und Anne zählen ihre Recruiting-Massnahmen auf, die sie unternehmen, um neue Mitarbeitende zu finden.

Bisherige Recruiting-Massnahmen

  • Inserate auf Stellenportalen im Internet
  • Stellenausschreibung auf der eigenen Website
  • Stellenausschreibungen in sozialen Medien
  • Inserate in Zeitungen
  • Stellenausschreibungen auf unseren internen Kommunikationskanälen
  • Mund-zu-Mund-Propaganda

"Sehen Sie, genau das habe ich erwartet,* unterbricht Arnold die Aufzählung der beiden. "So kann der Fachkräftemangel in Ihrem Unternehmen ja nur selbstgestrickt sein. Weshalb machen Sie sich soviel Mühe, eine Stelle aktiv zu vermarkten, wenn es doch viel einfacher geht?" Die beiden schauen sich an und wollen sofort von ihm wissen, wie das gehen soll.

Arnold beginnt von seinem Hobby zu erzählen. "Jedes Wochenende fahre ich in die Berge in meine Mine, die ich vor Jahren einmal gekauft habe. Ich suche dort nach Gold und kann Ihnen soviel verraten, dass ich auch schon einige Nuggets gefunden habe. Jedesmal schiebe ich die schweren Metallwagen in die Mine, um tief im Berg das Gestein zu schlagen und abzutransportieren. Am Abend, wenn die Wagen voll sind, fahre ich sie aus der Mine und suche nach dem Gold darin. Wenn ich dann Gold gefunden habe, schaue ich es an, geniesse den Moment und lege es in meine Tasche. Die aktive Suche nach dem Gold gibt mir immer wieder eine Genugtuung."

"Das ist ja eine ganz schöne Geschichte, die Sie uns da über Ihr Hobby erzählen, aber wir verstehen jetzt nicht ganz, was diese Geschichte mit unserem Fachkräftemangelproblem zu tun hat," meint Anne.

"Ganz einfach, wenn Sie mir jetzt gut zugehört haben, dann haben Sie mitbekommen, dass ich mich aktiv auf die Suche nach Goldnuggets mache und nicht einfach vor der Mine auf sie warte, indem ich ein Schild mit der Aufschrift "ich suche Gold" in die Höhe stemme. Genau das machen Sie, indem Sie einfach Stelleninserate veröffentlichen und dann abwarten, bis jemand diese Inserate sieht und sich bei Ihnen meldet." Verena und Anne werden nachdenklich.

"Wenn ich ein Goldnugget will, dann mache ich mich auf dorthin, wo ich das Goldnugget vermute. Ich schiebe also meine Stahlwagen vor mich her an genau den Ort, wo ich das Gold vermute. Dann beginne ich, mit meinem Pickel in die Wand zu schlagen und lasse die herabfallenden Steine und Brocken in den Wagen fallen. Wenn wir nun die Goldnuggets als Ihre gesuchten Fachkräfte sehen und die felsigen Wände als digitale Plattformen, dann merken Sie jetzt bereits, wie Sie vorgehen müssen, um Fachkräfte von heute anzusprechen. Damit Sie die Fachkräfte dann jedoch noch von Ihrem Unternehmen überzeugen können, brauchen Sie noch eine weitere Plattform, die Karriereseite auf Ihrer Website. Dort sammeln Sie die Informationen Ihrer Bewerber, nachdem Sie sie vorher von Ihrem Unternehmen darauf überzeugt haben. Genau so, wie ich mit meinen Stahlwagen die Steine und Brocken einsammle. Und übrigens, ich war vor meiner Pensionierung auch wie Sie im Personalbereich eines Unternehmens tätig. Mir hat das Vorgehen aus der Goldmine immer die richtigen Talente gebracht. Dies, weil ich sie aktiv angegangen bin, oder wie man heute so schön sagt, weil ich Active Sourcing betrieben habe und vorgängig eine tolle Karriereseite auf unserer Website aufgebaut habe." Arnold verabschiedet sich freundlich von den beiden Damen. Diese sprechen noch lange über Arnolds Geschichte und haben heute einen neuen Weg kennengelernt, wie sie dem Fachkräftemangel begegnen können.

Mit Active Sourcing den Fachkräftemangel besiegen.

Recruiting geht immer mehr in die Richtung der aktiven Kontaktaufnahme mit potenziellen Kandidaten. Nicht mehr die Bewerber müssen das Unternehmen von sich überzeugen, sondern die Unternehmen müssen den Bewerber von sich überzeugen. Für Sie als Arbeitgeber bedeutet dies mehr Aufwand und Anstrengungen, um eine Stelle besetzen zu können. Um als attraktiver Arbeitgeber am Markt wahrgenommen zu werden, kommen Sie heute nicht mehr darum, folgende Massnahmen zu ergreifen:

  • Aufbau eines starken, einzigartigen Employer Brandings um die Vorzüge Ihres Unternehmens zu präsentieren.
  • Direkte Ansprache potenzieller Kandidaten auf den sozialen Medien (Active Sourcing).
  • Aufbau und Bewirtschaftung einer inspirierenden Karrierewebsite auf Ihrer Website.
  • Aufbau einer Talentdatenbank von potenziellen Kandidaten für später.

Und wenn Sie jetzt denken, dass das Active Sourcing, also das direkte Ansprechen von potenziellen Kandidaten, anstandslos gegenüber anderen Arbeitgebern ist, haben Sie völlig recht. Aber es kommt nicht von ungefähr, dass man heute vom "war for talents, dem Krieg um Talente" spricht. Hinzu kommt auch noch, dass Ihnen klar sein muss, dass wenn Sie so Ihre Mitarbeitenden finden, dass diese Mitarbeitenden jederzeit auch wieder auf diese Weise von anderen Arbeitgebern abgeworben werden können. Es liegt also an Ihnen, alles daran zu setzen, die Mitarbeitenden in Ihrem Unternehmen halten zu können.

Gerne unterstütze ich Sie dabei, Ihre Arbeitgebermarke aufzubauen und Sie so für das Active Sourcing vorzubereiten. Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme.


Thomas Schüpfer, Unternehmer

Ihr Autor

Thomas Schüpfer, Unternehmer

+41 58 219 84 99


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