Karrierewebsite allein, macht kein Unternehmen für Wanderfüchse attraktiv.

Der Fachkräftemangel ist in vielen Unternehmen eines der Hauptthemen schlechthin. Gegenseitig buhlen die Unternehmen um die besten jungen Talente oder erfahrenen Wanderfüchse und booten sich gegenseitig aus. Während früher die meisten Menschen glücklich darüber waren, einen tollen und sicheren Job zu haben, ist die Arbeit heute scheinbar fast nebensächlich geworden. Vielmehr geht es darum, was für Benefits, Bonis, Goodies oder wie auch immer diese Zusätze alle heissen, man heute von einem Unternehmen erhält. Viele Unternehmen präsentieren voller Stolz ihre Geschenke und Vorteile auf einer extra dafür realisierten Karriereseite im Internet. Doch stärkt das wirklich ihre Arbeitgeberpositionierung? Viel Spass mit der heutigen 3WSTORY.

"Martha, komm rasch zu mir ins Büro," tönt es aus dem Büro des Chefs. Martha ist Personalverantwortliche und zuständig für das Wohlergehen von 30 Mitarbeitenden im Unternehmen. "Ja, wie kann ich dir helfen?" Martha ist gespannt, was Karl, ihr Chef, von ihr möchte. "Wir müssen nun endlich was unternehmen und den Menschen da draussen mitteilen, was für ein toller Arbeitgeber wir doch sind." Martha rumpft etwas die Stirn und fragt: "was meinst du denn genau damit?" Karl zeigt auf seinen Monitor und sagt: "schau her, die Website unseres Mitbewerbers. Die haben erst kürzlich eine Karrierewebsite aufgeschalten und posaunen nun in die Welt, wie gut es bei ihnen ist und welche Vorteile du als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin hast. Genau sowas will ich auch. Kannst du dich bitte mal schlau machen, was so eine Karriereseite kostet."

"Das ist nicht nötig, denn eine solche Seite kann ich selber im Content Mangement System unserer Website aufbauen. Ich brauche dazu einfach den Inhalt und die Bilder und dann steht diese Seite bald. Wenn du möchtest, können wir zwei jetzt den Inhalt kurz zusammenstellen, was meinst du?" "Ja, lass uns loslegen. Also wir bieten flexible Arbeitszeiten, gute Firmenausflüge, Weiterbildungsmöglichkeiten, Möglichkeit für Homeoffice, Vaterschaftsurlaub und nicht zu vergessen, interessante Arbeit."

Martha notiert sich alles, was Karl ihr mitteilt und geht anschliessend in ihr Büro zurück. Dort startet sie das Content Mangement System und beginnt damit, die Karriereseite aufzubauen. Als Vorlage greift sie auf dienige Seite ihres Mitbewerbers zu. Beim Eintippen der Vorteile und beim Abgleich mit dem Mitbewerber bemerkt sie, dass ihre Vorteile im Vergleich mit dem anderen Unternehmen überhaupt keine Vorteile sind, weil dieser genau dieselben Punkte erwähnt. Das macht sie etwas nachdenklich. Ein Blick auf die Uhr zeigt ihr, dass es jetzt für heute jedoch an der Zeit ist, den PC herunterzufahren. Sie ist heute Abend nämlich an einer Personalweiterbildung und muss vorher noch einkaufen gehen.

Am Abend, in der Weiterbildung, trifft sie Adelheid. Diese arbeitet bei genau dem Mitbewerber, den ihr Chef und sie heute für die Karriereseite als Vorlage genommen haben. Zwischen den einzelnen Kursblöcken trinken die beiden einen Kaffee zusammen. Da spricht Martha Adelheid an und fragt sie, warum sie gerade diese Vorteile auf ihrer Karriereseite aufführen. Adelheid wird etwas Rot im Gesicht und sagt: "Hmm, wenn ich ehrlich zu dir sein soll, dann haben wir dies einfach von einigen Mitbewerberwebsites abgeschrieben."

Martha beginnt zu schmunzeln und fragt sich, was es denn wohl damit auf sich hat, dass jedes Unternehmen eine Karriereseite hat, und die Wenigsten wirkliche Vorteile oder Unterschiede ausweisen können. Diese Frage will sie im nächsten Kursblock an den Dozenten stellen. Denn das Thema des nächsten Blocks ist Employer Branding.

Bänz, der Dozent, nimmt die Frage von Martha gleich als Einstieg ins Thema Employer Branding und teilt allen Kursteilnehmenden mit, dass es wirklich nicht damit gemacht ist, einfach eine Karrierewebsite ins Internet zu stellen. Das hat nur zu einem sehr kleinen Teil mit Employer Branding zu tun. Wenn Unternehmen junge Talente und erfahrene Wanderfüchse von sich überzeugen möchten, dann müssen sie strategisch an ihrer Arbeitgeberpositionierung arbeiten und eine Employer Branding Strategie erarbeiten. Die Karrierewebsite ist nur Mittel zum Zweck und dient ausschliesslich der Kommunikation der erarbeiteten Strategie.

Am anderen Morgen geht Martha ins Büro von Karl und teilt ihm mit, dass sie bevor sie mit der Karrierewebsite beginnen, eine Employer Branding Strategie entwickeln sollten. Erst dann wird klar, ob und welche Differenzierungsmerkmale vorhanden sind, um sich am Markt erfolgreich als Arbeitgeber zu positionieren. Dies leuchtet Karl ein und er willigt ein, dass Martha dies zusammen mit einem externen Sparringspartner in die Wege leitet.

Wie steht es bei Ihnen im Unternehmen? Gibt es eine Employer Branding Strategie oder einfach eine Karrierewebsite? Gerne stehe ich Ihnen als Sparringspartner zur Seite und entwickle mit Ihnen Ihre Employer Branding Strategie. Kontaktieren Sie mich.

Weitere Informationen zum Employer Branding und zum entsprechenden Vorgehen finden Sie hier.


Thomas Schüpfer, Unternehmer

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Thomas Schüpfer, Unternehmer

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