LinkedIn im B2B oder lieber Berghüpfen?

Die Zeit scheint reif, seine eigenen Aktivitäten in den sozialen Medien auszubauen. Gerade im B2B-Umfeld lockt jetzt die Social Media Plattform LinkedIn besonders. Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen, sind persönliche Kontakte oftmals noch immer sehr eingeschränkt. Warum nicht also sein eigenes Netzwerk mit hunderten neuen Personen auf LinkedIn auf- und ausbauen? Genau diese Frage stellt sich auch Joe in der heutigen #3WSTORY. Viel Spass beim Lesen.

Unternehmer Joe sitzt wie so manchen Tag in den vergangenen Monaten an seinem Computer und überlegt sich, wie er an neue Kunden kommen kann. Corona macht es ihm nicht wirklich leicht. Er recherchiert viel im Internet und gibt Begriffe in den Suchmaschinen ein, die er vor Corona so nie eingegeben hätte. Er, gestandener Unternehmer, der auf die 50 zugeht, sieht sich mit der Situation konfrontiert, neue Kunden über digitale Medien zu gewinnen. Er, der von all den sozialen Medien überhaupt nicht viel hält und den Sinn dahinter überhaupt nicht sieht, soll jetzt plötzlich zu einem dieser Menschen werden, die sich täglich mehrere Stunden darin aufhalten? Aber gemäss seinen Recherchen scheint gerade LinkedIn ja wie eine Art Zaubertrank für die Neukundengewinnung im digitalen Zeitalter zu sein.

Er fasst sich also ein Herz und eröffnet ein LinkedIn-Profil. Jedes einzelne Formularfeld füllt er wahrheitsgetreu aus und lädt am Schluss noch ein aktuelles Porträtbild von sich hinauf. Etwas stolz ist er nun schon, ist dies doch eine seiner ersten Handlungen überhaupt in den digitalen Medien. Nun wird er von LinkedIn nett aufgefordert, doch gleich die ersten Menschen zu kontaktieren um sich mit ihnen zu vernetzen. Kurz überlegt, beginnt er damit, seine bekannten Kontakte zu suchen und sich mit ihnen zu verbinden. Bald darauf hat er bereits 50 Menschen, mit denen er vernetzt ist. Interessiert schaut er die Beiträge dieser Personen an und kommentiert den ein oder anderen auch, jedoch mehr aus Höflichkeit dem anderen gegenüber, den er ja schliesslich auch persönlich kennt. Die Zeit verstreicht und Joe merkt plötzlich, dass er bereits seit mehr als 30 Minuten in LinkedIn unterwegs ist. Das muss für heute reichen, denkt er sich, loggt sich aus und geht in die Mittagspause.

Nach dem Mittag schaut Joe in seine E-Mails und kann es kaum glauben. 10 Kontaktanfragen von LinkedIn-Nutzern, die mit ihm verbunden sein wollen. Keiner dieser Nutzer kennt er persönlich und fragt sich, was die von ihm wollen. Er schaut jeden einzelnen an und informiert sich auf dessen LinkedIn-Profil. Joe erinnert sich nun daran, dass er LinkedIn ja vorallem für die Neukundengewinnung verwenden möchte. Also vernetzt er sich mit diesen Menschen, wenn diese zu seinem Leistungsangebot passen. So wie heute, geht es Joe in den kommenden Wochen und sein LinkedIn-Netzwerk wächst stetig. Damit jedoch nicht nur das Potenzial an neuen Kunden, sondern auch die Flut an Informationen. Mittlerweilen hat Joe mehr als 500 Kontakte und die meisten dieser Kontakte teilen oder schreiben eigene Beiträge.

An einem Morgen nimmt sich Joe wieder einmal die Zeit, um die Beiträge seiner LinkedIn-Kontakte anzuschauen. Er sieht als ersten Beitrag jemanden, der an einer Messe in Thailand ist, anschliessend werden von jemandem anderen die neuen Arbeitskleider der Firma vorgestellt, wiederum eine andere Person teilt ein Video des neuen Porsches und ein anderer meint, er müsse der Menschheit nun mitteilen, wie schön es bei ihm zuhause vor seinem Whirlpool ist.

Langsam aber sicher fragt sich Joe, was die Menschen hinter einer solchen Plattform wie LinkedIn finden? Er zweifelt an der Intelligenz der Menschen, die dort ein Profil haben und Beiträge teilen und fragt sich immer mehr, ob diese Menschen sich so einsam fühlen und keine Beschäftigung sonst haben. Was ist deren unternehmerisches Ziel, dass sie sich in LinkedIn aufhalten?

Szenenwechsel: Wie so oft, ist Joe auch dieses Wochenende mit seinem Kumpel Ruedi in den Bergen unterwegs. Die beiden lieben es, die Sonnenaufgänge auf den Bergspitzen zu erleben. Beim Aufstieg fragt ihn Ruedi, welche Erfahrungen er mit LinkedIn nun gemacht hat und ob er sein Ziel, neue Kunden zu gewinnen, erreicht hat.

Joe bleibt stehen und sagt ihm, dass man sich sowas kaum vorstellen kann, wenn man es nicht selber erlebt hat. "In LinkedIn findest du unzählige Menschen, die anscheinend viel zu viel Zeit haben durch den Tag und sich irgendwie profilieren müssen. Durch die Flut an Beiträgen, kannst du kaum das Wesentliche von dem Unwesentlichen unterscheiden. Je mehr Kontakte du selber hast, desto mehr andere Menschen wollen sich mit dir vernetzen und so sicherstellen, dass du ihre Beiträge siehst und eines kann ich dir sagen, LinkedIn ist wie Berghüpfen. Innert ein paar Sekunden siehst du in LinkedIn unzählige verschiedenste Beiträge. Die Themen reichen von A bis Z und du hüpfst von Beitrag zu Beitrag und weisst schon nach wenigen Sekunden nicht mehr, was du überhaupt gesehen hast. So stelle ich mir Berghüpfen vor. Von einem Gipfel auf den anderen, das innert ein paar Stunden am Tag und ohne längeren Aufenthalt auf dem jeweiligen Gipfel. Am Abend weisst du nicht mehr, auf welchem Gipfel du wirklich warst und welche Reihenfolge du genommen hast. Aber eines kann ich dir sagen:

Die Zeit, die du mit Berghüpfen verbringst, bringt dir wesentlich mehr, als dieselbe Zeit, die du in LinkedIn verbringst." Joe hat seine Meinung über LinkedIn gebildet.

Zugegeben, die heutige #3WSTORY stellt LinkedIn nicht gerade im besten Licht dar und auch die Menschen, die sich darin aufhalten. Auch Berghüpfen, so wie es oben formuliert ist, gibt es auch nicht wirklich. Dennoch geht es vielen Menschen so wie Joe, wenn sie an ihre tägliche Zeit in LinkedIn denken. Gerade im B2B-Bereich stellt sich wirklich die Frage, lohnt sich LinkedIn und wenn ja, für was soll LinkedIn eingesetzt werden? Wie überall gilt auch hier, alleine die Masse an Kontakten, generiert noch keine Anfrage. Stellen Sie sich selber auch die Frage, was für Inhalte Sie in LinkedIn einstellen würden, um neue Kunden zu gewinnen. Denken Sie immer daran, dass es so wie Ihnen, auch allen anderen ergeht, die über ein grosses Netzwerk haben. Damit Sie in LinkedIn nicht in der Masse untergehen, müssen Ihre Beiträge einen Mehrwert bringen. Wenn Ihre Beiträge keinen Mehrwert liefern, gehen Sie lieber wie Joe und sein Kumpel Ruedi in die Berge und geniessen Sie die Zeit in der Ruhe der Natur. Nicht selten finden Sie dort die nötige Inspirationsquelle um auch in Plattformen wie LinkedIn erfolgreich zu sein.

Stellen Sie sich also folgende Fragen, bevor Sie LinkedIn nutzen wollen:

  • Für was wollen Sie LinkedIn nutzen und was erhoffen Sie sich davon?
  • Welchen Mehrwert bieten Sie anderen LInkedIn-Nutzern?
  • Wieviel von Ihrer täglichen Zeit, wollen Sie in LinkedIn investieren?
  • Sind Sie ein kommunikativer Mensch, der auch digital mit anderen Menschen kommunizieren kann?
  • Sind Sie gewillt, langfristig aktiv in LinkedIn zu sein um Ihre Ziele erreichen zu können?

Ich hoffe, die heutige #3WSTORY hat Ihnen gefallen und Ihnen auch die Frage beantwortet, ob Sie persönlich in LinkedIn aktiv werden wollen oder nicht. Gerne stehe ich Ihnen persönlich für Ihre Fragen und Anregungen zur Verfügung. Kontaktieren Sie mich.


Thomas Schüpfer, Unternehmer

Ihr Autor

Thomas Schüpfer, Unternehmer

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