Was Sie von einem Wildbach für Ihre digitale Transformation lernen können

Gehören Sie auch zu den Unternehmern, die gerade mit der digitalen Transformation der eigenen Firma beschäftigt sind? In diesem Fall dürfte Sie die heutige Geschichte inspirieren, neue, flexible Wege zu gehen, um neue Arbeitsmodelle zu entwickeln. Viel Spass.

Seit einer guten Stunde wandert Martin entlang eines Wildbachs in den schönen Bergen seiner Heimat. Vor ihm liegt ein wahnsinnig schönes Panorama. Ein perfekter Tag. Die Sonne scheint und nur ein paar weisse Wolken zieren den blauen Himmel. Alles ist vorhanden, was das Herz eines Wanderers begehrt. Dennoch ist in Martins Gesicht alles andere als Entspannung und Freude abzulesen. Nachdenklich und mit gesenktem Haupt, wandert er dem Wildbach entlang, ohne sich gross auf die Natur zu fokussieren. Was ist los?

Seit Monaten ist Martin nun in seinem Unternehmen mit der digitalen Transformation beschäftigt. Er hat die Aufgabe, ein neues Arbeitsmodell in der Firma zu implementieren. Dies gestaltet sich alles andere als einfach. Und jetzt kommt auch noch Corona hinzu. Scheinbar unmöglich ist die Aufgabe für ihn geworden. Wo soll er ansetzen? Wie soll er vorgehen? Er weiss nur, dass das jetzt vorhandene Arbeitsmodell im Unternehmen seit mehr als 30 Jahren bestand hält und sich die meisten der Mitarbeitenden schwer tun, die mit diesem Arbeismodell vorhandenen Bequemlichkeiten und Annehmlichkeiten zu opfern.

Obschon in seine Gedanken fesseln, blickt er zwischendurch auf den Wildbach neben ihm. Das Wasser ist klar und fliesst mal schnell und mal weniger schnell an ihm vorbei. Teilweise bleibt es sogar stehen. Dies bei kleinen Wasserfällen im Bach, wo es sich ansammeln kann. Zwischendurch gabelt sich der Bach und im Nebenbächlein fliesst langsam und viel weniger Wasser. Kurz darauf kommt Martin an eine Stelle, wo vor ihm jemand den Bach mit Steinen gestaut hat. Durch die Stauung hat sich schon eine ganze Menge Wasser angesammelt. Ein Teil davon, rinnt bereits über die Staumauer aus Steinen hinüber und fliesst weiter talabwärts. Martin beschliesst, ein paar Steine zu entfernen, um noch mehr Wasser den Bach runterzulassen. In diesem Moment hat er eine Idee.

"Was wäre, wenn er in seinem Unternehmen ein Arbeitsmodell implementieren könnte, das wie ein Wildbach funktionieren würde?"

Am nächsten Tag im Büro, macht er sich gleich daran, ein solches Arbeitsmodell zu entwickeln. Er nennt es "Arbeitsmodell Wildbach". Dieses Arbeitsmodell beruht auf drei Eckpfeilern:

  • Ressourcen so flexibel einzusetzen, wie möglich und nötig,
  • Auf globales Wissen zugreifen zu können, ohne dieses im Unternehmen zu besitzen.
  • Arbeiten in die Cloud auszulagern und modernste Technologien für kollaborative Zusammenarbeit nutzen.

Vom Wildbach in den Bergen, wurde Martin inspiriert, ein flexibles Arbeitsmodell zu entwickeln. Dieser hat ihm gezeigt, dass je nach Menge von Gletscherwasser mehr oder weniger Wasser den Bach runterfliesst. Genau so verhält es sich auch mit dem Markt. Gerade auch in Corona - Zeiten fliessen eher weniger Aufträge in die Unternehmen rein, also muss die Möglichkeit bestehen, auch die Ressourcen im Unternehmen diesen Marktsituationen anzupassen. Ein weiterer Punkt war die kleine Staumauer aus Steinen. Jemand hat diese gebaut und so die Wasserdurchflussmenge verkleinert. Diesen Jemand kennt Martin nicht persönlich und dennoch haben die beiden am selben Stauwerk zusammen gearbeitet. Martin hat es zu einem späteren Zeitpunkt wieder geöffnet, um mehr Wasser durchlaufen zu lassen. Das hat ihm gezeigt, dass Wissen und Kompetenz nicht im eigenen Unternehmen vorhanden sein muss, sondern dass er auf dieses Wissen jederzeit global zugreifen kann. Dazu benötigt er aber im Unternehmen modernste Infrastruktur in der Cloud und Tools, die ihm eine weltweite Zusammenarbeit mit Menschen ermöglichen. Solche Tools sind in einer Vielzahl vorhanden. Martin muss nur die richtigen Tools finden und die richtigen Ressourcen digital anbieten.

Der nächste Schritt wird nun sein, dass Martin sein digitales Arbeitsmodell namens "Wildbach" der Geschäftsleitung präsentiert. Er ist überzeugt, dass er damit die Zukunft im Unternehmen einleutet.

Hat Ihnen diese Geschichte gefallen? Denken Sie immer an einen Wildbach, wenn Sie über Ihr Arbeitsmodell im Unternehmen nachdenken. In einem Wildbach hat es nie die selben Wassermenge. Teilweise ist er ausgetrocknet und teilweise überflutet. Aber das Wasser findet seinen Weg ins Tal. Genau so flexibel sollte Ihr Arbeitsmodell im Unternehmen sein.


Thomas Schüpfer, Unternehmer

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Thomas Schüpfer, Unternehmer

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